DINGLER SOLAR WÄRMEPUMPENTECHNIK
Entwicklung und Vertrieb energiesparender Produkte und Systeme

Aktueller Objektsteckbrief.  Stand: 7. Januar 2016

Baujahr 1988.  Einfamilienhaus und Gewerbeteil mit Büro, kleine Versuchswerkstatt, seit 2013 Kellerlabor mit 3 Wärmepumpenprüfständen. Ca.290 qm beheizte / teilbeheizte Nutzfläche. Bereits 1988 gebaut, etwa nach dem was heute als KFW 40 gilt. Gebaut nach baubiologischen und bauökologischen Kriterien (Baustoffe, Wiederverwertung,"Graue Energie" etc. ). Kontrollierte Wohnugslüftung mit Wärmerückgewinnung (Passivhauszertifiziert).

Ausrichtung Süd. DN 45° Satteldach. Grundriss mit thermischer Zonierung, und effektiver passiver Solarnutzung.

Beheizt seit 2011 über eigenentwickelte, hocheffiziente Sole-Wasser-Wärmepumpe mit 10,9 kw Heizleistung bei B0W35 (En14511) COP 5,2. El. 2,1 kw.  Quelle: Grabenkollektor als Einfachgraben mit 25m Länge.Heizperiode 2015/16 Beheizung über die neuentwickelte Luft-Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Online-Live- Monitoring ab Herbst 2015. Wärmeabgabe über Niedertemperaturheizkörperanlage (leider keine Fbhz) 50/35 bei Norm AT -16°C. Langjähriges Heizgradtagmittel 4453 (Referenzort: Aulendorf). Hier in 4km Entfernung, ist es noch etwas kälter. Siehe bei Onlinebeschreibung.

Bewusst überdimensionierte Wärmepumpe (siehe Seite 1).Theoretisch 2 fach, praktisch ca. 3fach. Die Wärmepumpe wird vorrangig wie eine Solarthermieanlage betrieben. Das heisst, schon bei guter Helligkeit ( ab ca 200 W/m² ) auch ohne Sonne heizt sie direkt mit Solarstrom betrieben auf Vorrat. Pufferspeichervolumen 4400 Liter. Dieses Volumen war bereits Bestand aus der zurückgebauten, topfunktionierenden Solarthermieanlage + der stillgelegten topfunktionierenden Holzvergaserkesselanlage. Siehe hierzu:  Historie Heizanlage und Hintergründe.

Der 2. Grund für die Überdimensionierung der WP ist das aktive Netzmanagement in das auch die WP mit einbezogen ist. Siehe auch unter: simple grid*.

Eine Besonderheit der WP-Puffer Kombination ist das innovative, hocheffiziente, exergiegerechte Be- und Entladeprinzip in 1 Durchlauf. Beispiel: Beladung 30<50. Entladung 50>30. Mittlere Belade-Entladetemperatur konstant 40°. Über die gesamten Be-Entladezyklen gibt es kaum Vermischungsverluste im Speicher.Die WP ist für diese Betriebsweise mit hoher Spreizung zur Exergienutzung entwickelt.Sie kann z.B. bei B0 auch 25>70 fahren, mit unerreichtem COP. Siehe Online-Live-Monitoring ab Herbst 2015.Im obersten Bereich des 1. Speichers ist der Heizwasservorrat für die Warmwasserbereitung.Die Grösse dieses Bereiches ist variabel wählbar.Diesen Bereich lädt die Wärmepumpe ebenfalls in 1 Durchlauf !  zB: 25° > 55° ( bis 70° möglich ). MIt voller WP-Leistung und ohne separate Heissgasenthitzung. Selbst wenn der Bereitschaftsteil auf 25° abgekühlt wäre, steht bereits 10 min nach WP Start heisses Wasser zur Verfügung.! Die Warmwasserbereitung erfolgt durch das von uns schon vor 24 Jahren entwickelte, externe Frischwassersystem. Hygienisch frisches Warmwasser im Direktdurchlauf. Eine nie gekannte Effizienz in der WW-Bereitung in Verbindung mit unsereren Wärmepumpen Siehe unter: Warmwasser.  

PV-Anlagen:  Nordseite: 7,12 kwp a-Si Dünnschicht Bj 2008. (Teilverschattet. Ab Frühjahr 2016 fast unverschattet) Ertrag ca 2800 kwh Jahr. Südseite:  4 Generationen Polykristallin,von: 1989 !  -2006 mit gesamt 8,52 kwp. Ertrag ca. 8800 kwh/Jahr. Mit neuester PV-Technik von 2015 läge sie bei mindestens 9300 kwh/Jahr.

Ab Frühjahr 2016 wird der Platz der bisherigen Solarthermieanlage und die letzten Reste des Süddaches ebenfalls mit PV belegt, da wie schon gezeigt, die PV-WP Kombination im Winter eine wesentlich bessere Deckung bringt als ein sehr guter Solarkollektor ! Die jetzt schon sehr hohen Winterdeckunsraten, werden dadurch noch weiter gesteigert !  Die Bilanzen in den nachfolgenden Tabellen auf  Seite 3 zeigen die Jahre 2012-2016.

Historie Heizanlage und Hintergründe:

Die ursprüngliche Beheizung des Gebäudes erfolgte seit Einzug 1889 über eine Solaranlage zur WW Bereitung und Heizungsunterstützung, in Kombination mit einem Holzvergaserkessel. Siehe auch unter:  Solarthermie und unter:  über uns. Als Solarpionier und Enthusiast war dies natürlich eine Überzeugungstat. Gemäss Argumentation des damaligen Mainstream, aber wider jegliche wirtschaftliche Vernunft. Rein unter damaligen ökonomischen Bedingungen gerechnet, war das auch so.  28 Jahre später sah die Sache aber ganz anders aus. Für einen ambitionierten Techniker ist dies aber kein Grund sich auf den Lorbeeren auszuruhen. So wurde der Holvergaserkessel stillgelegt, der Schornstein als extreme Wärmebrücke, mit Dämmstoff verfüllt. Im Jahre 2015 wurde die topfunktionierende Solarthermieanlage rückgebaut.Natürlich auch mit einem weinenden Auge. Aber für einen Techniker zählen nicht Sentimentalitäten, sondern Ergebnisse und Zahlen ! Diese Fläche wird jetzt ebenfalls mit PV belegt. Wieso das?  Im Jahre 2010 wurde mit der Wärmepumpenentwicklung begonnen, die zum Ziel hatte, mittels zusätzlicher Nutzung des Solarthermie Kollektors als Niedertemperaturquelle, dessen Winterertrag auf das maximal mögliche zu steigern. Erkenntniss: Eine hocheffiziente Wärmepumpe mit Grabenkollektor ( wie hier im Objekt ) oder Erdsonde, macht aus der PV Fläche, die vorher die Solarthermieanlage beansprucht hatte, wesentlich mehr Wärmeenergie als die Solarthermieanlage! Je strahlungsärmer und kälter der Monat, desto grösser der Abstand. Dez.+Jan.= 4-fach, Nov.+ Feb.= 2fach. Hinzu kommt noch, dass die PV keine Nutzlosen Überschüsse produziert.

Nun könnte man sagen: Haus 2050 produziert 2 - 2,5 mal soviel Strom wie es verbraucht. Ist das sinnvoll ?  Nein, das ist nicht nur sinnvoll, sondern es sollte beim EFH Pflicht sein ! Der Grund: Das Einfamlienhaus ist ein Privileg ! Es hat den höchsten Flächenverbrauch aller Wohnarten. Auf die verbrauchte, bebaute Fläche gerechnet, hat es den geringsten Energiebedarf pro m², aber das allerhöchste Angebot an Solar und Umwelt-Energie. Ein Mehrfamilienhaus selbst in Passivhausstandard, kann schon keine Überschüsse mehr produzieren. Es ist auf die Stromlieferung des privilegierten Einfamilienhauses angewiesen, ebenso wie die energieintensive Industrie.

Die Holzheizung wurde 2012 aus Nachhaltigkeitsgründen stillgelegt. Einen leicht speicherbaren ( da einfach lagerbar ! ) Hochtemperaturbrennstoff in niedergrädige Raumwärme von 20°C zu entwerten ist im Zeichen der Energiewende energetischer, physikalischer und noch dazu staatlich geförderter Frevel !  Der für die energetische Nutzung zur Verfügung stehende Teil der nachhaltig gewinnbaren Holzmenge wäre mit Holz-KWK ein idealer Stromtälerfüller. Mehr hierzu im demnächst erscheinenden Hintergrundpapier :  Wie grün und Nachhaltig ist die Energiewende ?